Die B1 - Mädchen holen den ersehnten Titel


Am vergangenen Sonntag konnte man in der Halle Loogestraße Zeuge eines großartigen Moments in der Bergstedter Hockeygeschichte werden. Die B1 Mädchen holten sich den Titel in der höchsten Hamburger Spielklasse und gewannen somit die allererste Meisterschaft für die Hockeyabteilung des SV Bergstedt. Pünktlich zum vierzigjährigen Jubiläum der Hockeysparte wird nun also die Siegesplakette unser Clubheim schmücken. Ein großartiger Erfolg für die Spielerinnen und dem gesamten Trainerstab.

Wie in der vergangenen Feldsaison spielte der SV Bergstedt dabei eigentlich nur eine äußerst mäßige Vorrunde. In vielen Spielen wurde das Potenzial nur phasenweise abgerufen und gegen deutlich schwächere Mannschaften standen trotz drückender spielerischer Überlegenheit insgesamt gesehen zu wenig Punkte auf der Habenseite. Die Zwischenrunde wurde dennoch mit Einsatz und einigen Diskussionen aber schließlich auch völlig zu Recht erreicht. Als dann der Konkurrent HTHC gleich im ersten Spiel mit 3:0 bezwungen wurde, war allen Beteiligten klar, dass die Bergstedter Mädchen wieder ihre Spielstärke zurückgewonnen hatten. Gepaart mit der zunehmenden Sicherheit und vor allem auch der unglaublich starken Eckenbilanz von gefühlt ca. 70 % Erfolgsquote im gesamten Saisonverlauf, wurden auch die Spiele gegen die stark einzuschätzende Konkurrenz von Polo und Alster eng gestaltet, so dass am Ende der zweite Platz und damit die Teilnahme an der Finalrunde feststand. Das Etappentziel war damit erreicht.

Doch Trainer Thomas Wenk und seine Mädels wollten mehr und am vergangenen Sonntag war das, auch deutlich zu spüren. Zwei blitzsaubere Eckentore und ein technisch anspruchsvoller Treffer führten zu einem verdienten 3:2 Erfolg im Halbfinale über Großflottbek. Damit war das Finale wie bereits in der Feldsaison erreicht. Bergstedt war wieder als Hecht im Karpfenteich der großen etablierten Hamburger Clubs unterwegs. Nur dass sich darüber aus den anderen Vereinen keiner mehr wunderte.

Im Finale wartete natürlich der ewige Gegner Klipper. Also genau die Mannschaft, die im Sommer unsere Mädels in einem packenden Finale in der Feldsaison geschlagen hatten und die auch sonst in der Regel in den vergangenen Jahren in den entscheidenden Duellen die Oberhand behalten hatten. Aber diesmal sollte es anders kommen. Trotz schnellem Rückstand behielten die Weinroten ihre Nerven im Griff und drehten das Spiel. Zur Pause stand es 2:1 für den SV Bergstedt und als dann auch das 3:1 bereits kurz nach der Pause fiel, wuchs die Sicherheit von Minute zu Minute. Wer erwartete, dass Klipper Druck ausüben würde, sah sich getäuscht. Im Gegenteil, mit viel taktischer Cleverness und technischem Geschick wurde Klipper daran gehindert, das eigene Spiel aufzubauen und Torchancen zu erarbeiten. Spieltechnisch war der SV Bergstedt vollkommen überlegen und souverän. Als dann mit dem Abpfiff sogar noch das 4:1 erzielt wurde, brachen alle Dämme und die Mannschaft lag sich freudestrahlend in den Armen. Der Triumph war besiegelt.

Der 2005er Jahrgang hat sich in den letzten Jahren bei der Konkurrenz einen exzellenten Ruf erarbeitet und eindrucksvoll bewiesen, dass Erfolg auch in einem gewöhnlichen Sportverein planbar und möglich ist. Die Meisterschaft beweist das eindrucksvoll. Verschiedene Faktoren spielen hierbei eine Rolle. Hauptsächlich natürlich die tollen Spielerinnen, die zum größten Teil seit über sechs Jahren gemeinsam mit viel Spaß, großem Einsatz aber eben auch viel Talent zusammenspielen. Eine tolle Truppe, die endlich das große Ziel „Titel“ erreicht hat, die aber auch weiß, dass sie als Meister jetzt durchaus von den Großen gejagt werden. Aber das sind Herausforderungen, denen sich die Mädchen gern stellen werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist natürlich die Kompetenz von Trainer Thomas Wenk und seinem Team, die es in einem Jahr geschafft haben, aus einer guten Mannschaft ein absolutes Spitzenteam zu entwickeln. Mit welcher Akribie und Ausdauer Thomas coacht ist bewundernswert und verdientermaßen mit dem Titel belohnt worden. Nackenschläge während der Saison haben ihn nicht umgeworfen und die Gabe sich ständig zu hinterfragen oder auch hinterfragen zu lassen, befruchtet die Arbeit. Er hat den Spielerinnen taktische Finessen näher gebracht, die wirklich jede Einzelne besser gemacht haben. Die Mannschaft befindet sich in einem Prozess der noch nicht abgeschlossen ist, sollte sie aber tatsächlich in den kommenden Monaten ähnlich rasante Fortschritte erzielen, werden die kommenden Spielzeiten bestimmt ähnlich erfolgreich. Freuen wir uns drauf!

 

B.G.

 

Meister 2 small